Meldung vom 27.11.2017 08:10:23
Arbeitskreis Heimatpflege im Landkreis Kronach

Arbeitskreis Heimatpflege im Landkreis Kronach:
Dorfbaum als Hinweis auf die fränkische Heimat

Der Arbeitskreis für Heimatpflege im Landkreis Kronach traf sich bei seiner jüngsten Zusammenkunft im Stockheimer Rathaus. Ein Schwerpunkt zu Beginn des Treffens, das von Kreisheimatpfleger Dieter Lau (Küps) vorbereitet wurde, war die Besichtigung des sanierten Rathauses.

Die Heimatkundler zeigten sich von den umfassenden Sanierungsmaßnahmen des 1979 eingeweihten Gebäudekomplexes beeindruckt, den Bürgermeister Rainer Detsch als Bürgerhaus vorstellte. Dazu das Gemeindeoberhaupt: „Neben den offenen, einladenden und modernen Räumen solle auch gleichzeitig einer angepassten Organisationsstruktur Rechnung getragen werden. Durch den Einbau eines Aufzugs wurde das Gebäude auch barrierefrei gestaltet.“ Schließlich habe man auch einen Behindertenparkplatz ausgewiesen und Fahrradständer aufgestellt. Insbesondere wies er auf das im Foyer installierte Informations- und Leitsystem hin. Dadurch habe man die Besuchersteuerung wesentlich verbessert. Ebenfalls hätten die Mitarbeiter ergonomische Arbeitsplätze erhalten. Bei einer Bausumme von rund 700 000 Euro habe es eine Förderung von etwa 450 000 Euro gegeben. Schließlich habe man von dem kommunalen Investitionsprogramm profitiert. 

Eine bemerkenswert positive Bilanz gab es dann anschließend bei der Besichtigung der 25 farbenfrohen Ölgemälde von Hobbymaler Harald Popig, der mit seinen Werken das Rathaus zumindest bis Weihnachten regelrecht verzaubert. Zu sehen sind unter anderem Dürer, da Vinci, Rembrandt und vor allem Carl Spitzweg. Ebenfalls zieren Werke von Lucas Cranach, so beispielsweise „Christus und die Ehebrecherin“, das Rathaus.

Ausführlich informierte Kreisheimatpflegeleiter Bernd Graf über die Aktivitäten der Kreisheimatpflege. Im Zusammenhang mit dem nächsten heimatkundlichen Jahrbuch stellte Graf ein Projekt vor, das sich auf Mai-, Kirchweih- und weitere Dorfgemeinschaftsbäume bezieht. Die Geschichte, brauchtümliche Bedeutung und Gestaltung solcher Bäume werden dabei aus überregionaler, regionaler und vor allem aus lokaler Sicht untersucht und dargestellt.

Parallel zum daraus entstehenden Jahrbuchbeitrag führt die Kreisheimatpflege eine Aktion durch, bei der es um die gestalterische Ausrichtung derartiger Dorfbäume auf die Kulturregion Franken geht. Die Frage, so Graf, lautete: In welchen Orten des Landkreises finden sich heutzutage Mai-, Kirchweih- oder andere Dorfbäume die als ausdrücklicher Hinweis auf die fränkische Heimat und Identität besonders gelungen sind? Vereinigungen,die sich durch diese Aktion angesprochen fühlen, sind aufgefordert, die Kreisheimatpflege auf ihre „fränkisch gestalteten“ Bäume hinzuweisen. Wie Graf versicherte, sollen gute Beispiele im nächsten Jahrbuch „verewigt“ werden.

Allgemein gab Bernd Graf zu diesem 29. Band der renommierten Schriftenreihe bekannt, dass er wieder eine attraktive Themenmischung erwarten lasse und voraussichtlich im April 2019 erscheine. Sehr positiv fiel Grafs Rückblick auf den diesjährigen Denkmaltag aus, dessen Schwerpunktveranstaltung in der Markgrafenkirche Seibelsdorf und ihrer Umgebung großen Anklang gefunden habe. Der nächste Denkmaltag am 9. September 2018 stehe unter dem bundesweiten Motto „Entdecken, was uns verbindet“.   

Der Kreisheimatpflegeleiter informierte auch über die Maßnahmen von Landrat Klaus Löffler, um die Frankenwald-Flößerei zukunftssicher zu machen. Hintergrund sei, dass die Vorschriften über die Schifffahrt neuerdings auch auf den Betrieb von Flößen angewendet werden müssen. Der Landrat wolle alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, damit der bisherige Floßbetrieb nach der neuen Rechtslage weiterlaufen könne. 

Ein weiterer Diskussionspunkt war die kommunale Archivpflege, die vielfach im argen liege, so der allgemeine Tenor. Altlandrat Heinz Köhler gab zu bedenken, dass die Archivierung eine Pflichtaufgabe der Gemeinden sei. Bei der nächsten Bürgermeisterdienstversammlung wolle man auf diese Thematik eingehen.

Heimatpflege
Zu Beginn der Zusammenkunft des Arbeitskreises für Heimatpflege informierte Bürgermeister Rainer Detsch (rechts) über die umfassenden Sanierungsmaßnahmen im Stockheimer Rathaus.

Text und Foto: Gerd Fleischmann