Meldung vom 06.12.2017 10:23:29
Bergmännische Tradition steht immer noch hoch im Kurs! / Barbarafeier sowie Mettenschicht mit großer Bergparade und Festgottesdienst

Stockheim – In Stockheim wurde das Gedenken an die heilige Barbara – verbunden mit einer Mettenschicht – wie in allen Bergbaurevieren erneut zu einem eindrucksvollen Traditionsbekenntnis. Von der ehemaligen  Lampenstube aus dem Jahre 1920 marschierten die Knappen in ihrem Bergmannskleid zu den Klängen der Bergmannskapelle unter der Stabführung von Albrecht Renk mit den Ehrengästen, den örtlichen Vereinsabordnungen im Lichterschein von Lampen und Fackeln zu abendlicher Stunde in das Gotteshaus St. Wolfgang. Und es gab spontanen Beifall im Bereich der bergmännischen Weihnacht. Mit dabei waren auch Abordnungen aus Pegnitz, Lehesten und Reichenbach. Ebenfalls zeigte der Trachtenverein aus Haig Präsenz.   

Die Bergmannskapelle sowie Organist Sebastian Rauer umrahmten eindrucksvoll den gut besuchten Gottesdienst, der für alle zu einem vorweihnachtlichen Erlebnis wurde. Pfarrer Hans-Michael Dinkel erinnerte im Beisein von Diakon Wolfgang Fehn  an die harte, gefahrvolle Arbeit der ehemaligen Bergleute. Die heilige Barbara habe ihr tapferes Bekenntnis zum Christentum in Kleinasien vor 1700 Jahren mit ihrem frühen Tod bezahlt. Der Geistliche spannte dazu einen Bogen zu der heutigen Situation, denn die Konflikte seien in vielen Bereichen vorprogrammiert.         

Man könne stolz sein, so Vorsitzender Heiko Eisenbeiß im Saal der „Alten Zeche“, dass auch 49 Jahre nach Schließung der Katharinagrube das bergmännische Brauchtum von der Bevölkerung noch sehr intensiv mitgetragen werde. Unter großem Beifall hieß Eisenbeiß als neue Uniformträger Fabian Rebhan, Silvia Welsch und Nathalie Fugmann willkommen. Ein besonderer Gruß galt auch dem 89-jährigen Bergmann Helmut Kestel aus dem Ruhrgebiet.  „Wir müssen das Erbe unserer Vorfahren erhalten“, so der Vorsitzende.

Die erstmalige Vorstellung „Der sieben Tugenden der Bergleute“ war ein ergreifender Programmpunkt. Landesvorstandsmitglied Reinhard Hertel aus Reichenbach erwähnte in diesem Zusammenhang Treue, Glaube, Liebe, Fröhlichkeit, Kameradschaft, Zuversicht und Brüderlichkeit.  Dazu zündete die heilige Barbara, dargestellt von Antonia Renk, jeweils eine Kerze an.   

Bürgermeister Rainer Detsch würdigte die Bemühungen von Knappenverein und Bergmannskapelle sowie vom Förderverein Bergbaugeschichte, die bergmännische Tradition am Leben zu erhalten. Magazin, Geotop, Lampenstube, Schaustollen, Bergbauerlebnispfad, Steigla, Bergmannsfest sowie bergmännische Weihnacht geben Zeugnis ab von der 400-jährigen Bergbaugeschichte. Es bestehe nun die Möglichkeit, durch Fördermittel die bergmännische Rentei zu sanieren. Dadurch ergebe sich die Chance einer breiten Nutzungsmöglichkeit. „Es ist eine Chance, keine Last! Die Sanierung wäre ein großer Glücksfall! Schließlich habe der Bergbau die Menschen im Haßlachtal und darüber hinaus über Jahrhunderte geprägt.

Deshalb sei es so wichtig, unsere Geschichte des Stockheimer Bergbaus, auch für die zukünftigen Generationen lebendig zu erhalten. Und man sei mit dem bisher Erreichten auf einem guten Weg dazu. Bürgermeister Detsch bat darum, gemeinsam dafür einzutreten, dass „unsere große Geschichte des Bergbaues“ nicht in Vergessenheit gerät.

In diesem Sinne äußerte sich auch Landrat Klaus Löffler, der sich von dem Traditionsbewusstsein der Stockheimer sehr beeindruckt zeigte. „Wir dürfen unseren Ursprung niemals vergessen.“ Die Barbarafeier sei sehr bewegend. Sie sei ein Alleinstellungsmerkmal im Frankenwald. Der Landrat ermunterte Bürgermeister Rainer Detsch, weiter die Bergbautradition zu unterstützten. „Du machst es großartig, lasst uns gemeinsam den Weg in eine gute Zukunft führen“, so anerkennend der Landkreischef. Für Unterhaltung sorgte bei der Mettenschicht die Bergmannskapelle Stockheim.   

Barbarafeier 2017

Für die Ehrengäste gab es einen Schwibbogen in Form des ehemaligen Stockheimer Förderturms. Von links: Altlandrat Heinz Köhler, Landrat Klaus Löffler, heilige Barbara Antonia Renk, Vorsitzender Heiko Eisenbeiß, Bürgermeister Rainer Detsch, Landesvorstandsmitglied Reinhard Hertel.

Barbarafeier 2017

Eindrucksvoll die Bergparade anlässlich der Stockheimer Barbarafeier.

Barbarafeier 2017

Die Knappen gestalteten den Gottesdienst zur Barbarafeier in der Stockheimer Kirche St. Wolfgang mit, der von Pfarrer Hans-Michael Dinkel zusammen mit Diakon Wolfgang Fehn gefeiert wurde.

Text und Bilder: Gerd Fleischmann
 



Bericht vom 09.12.2017:
Bergmännische Tradition steht immer noch hoch im Kurs!
Barbarafeier sowie Mettenschicht mit großer Bergparade und Festgottesdienst 

Am Wochenende fanden in allen europäischen Bergbaurevieren zu Ehren der Schutzpatronin der Bergleute Barbarafeiern statt. Auch in Stockheim wurde das Gedenken an die heilige Barbara – verbunden mit einer Mettenschicht – zu einem eindrucksvollen Traditionsbekenntnis. Als heilige Barbara stellte sich erstmals die dreizehnjährige Antonia Renk vor. Zum Auftakt segnete Pfarrer Hans-Michael Dinkel die restaurierte Glocke in der Lampenstube. 

Anschließend marschierten die Knappen in ihrem schmucken Bergmannskleid zu den Klängen der Bergmannskapelle unter der Stabführung von Albrecht Renk mit den Ehrengästen, den örtlichen Vereinsabordnungen im Lichterschein von Lampen und Fackeln vom Gelände der Katharinazeche zu abendlicher Stunde in das Gotteshaus St. Wolfgang. Und es gab spontanen Beifall im Bereich der bergmännischen Weihnacht. Mit dabei waren auch Abordnungen aus Reichenbach, Goldkronach und Issigau. Ebenfalls zeigten die Trachtenvereine aus Neukenroth und Haig Präsenz.   

Die Gesangsgruppe des Volkstrachtenvereins „Zechgemeinschaft“ Neukenroth unter der Leitung von Alexander Fröba sowie Organist Michael Lutz umrahmten eindrucksvoll den außerordentlich gut besuchten Gottesdienst, der für alle zu einem vorweihnachtlichen Erlebnis wurde.

Pfarrer Hans-Michael Dinkel erinnerte im Beisein von Diakon Wolfgang Fehn  an die harte, gefahrvolle Arbeit der ehemaligen Bergleute. Die heilige Barbara habe ihr tapferes Bekenntnis zum Christentum in Kleinasien vor 1700 Jahren mit ihrem frühen Tod bezahlt. Der Geistliche spannte dazu einen Bogen zu der heutigen Situation, denn die Konflikte seien in vielen Bereichen vorprogrammiert. „Die Legende zeigt uns einen möglichen Weg auf, wie wir diesen Konflikten begegnen können. Viele Antworten, die das Leben an uns heranträgt, liegen in den Tiefen in uns selbst als Schätze verborgen, bereit, gehoben und ans Tageslicht gebracht zu werden.“ Der Gang in die Tiefe der Seele brauche Muße und Courage – beides sei eine in unserer Gesellschaft vom Aussterben bedrohte Lebensweise. Keiner wisse so gut wie die Bergleute, mit welchen Gefahren das Graben nach Schätzen in der Tiefe verbunden sei. Auch der Berg gebe seine Schätze nicht freiwillig. Man müsse schon hinabsteigen und sich den Gefahren in der Tiefe der Erde stellen. Mit den Tiefen des Menschen sei es oft nicht anderes, was da oftmals an verschütteten, verdrängten Informationen in uns lagern, könne als Bedrohung angesehen werden. „Deshalb bleiben viele Menschen lieber an der Oberfläche“, so Pfarrer Dinkel.       

Man könne stolz sein, so Vorsitzender Heiko Eisenbeiß im Saal der „Alten Zeche“, dass auch 48 Jahre nach Schließung der Katharinagrube das bergmännische Brauchtum von der Bevölkerung noch sehr intensiv mitgetragen werde. Eisenbeiß, der auf die historische Bedeutung der Mettenschicht seit dem 17. Jahrhundert einging, erinnerte insbesondere an die bergmännische Ausstellung in der Neukenrother Zecherhalle mit 1500 Besuchern. Mittlerweile sei der Ausbau des bergmännischen Magazins  abgeschlossen und damit ein museales Kleinod geschaffen worden. Eisenbeiß zeigte sich deshalb optimistisch für die Zukunft. „Wir müssen das Erbe unserer Vorfahren erhalten“, so der Vorsitzende.

Bürgermeister Rainer Detsch würdigte die Bemühungen von Knappenverein und Bergmannskapelle sowie vom Förderverein Bergbaugeschichte, die bergmännische Tradition am Leben zu erhalten. „Unsere Region um Stockheim ist stark geprägt vom Bergbau und der bergmännischen Tradition. Und in einer sich scheinbar immer schneller verändernden Welt – mit immer größeren Herausforderungen – bekommen Werte und Traditionen einen höheren Stellenwert für die Menschen.“ Deshalb sei es so wichtig, unsere Geschichte des Stockheimer Bergbaus, auch für die zukünftigen Generationen lebendig zu erhalten. Und man sei mit dem bisher Erreichten auf einem guten Weg dazu. Bürgermeister Detsch bat darum, gemeinsam dafür einzutreten, dass „unsere große Geschichte des Bergbaues“ nicht in Vergessenheit gerät. In diesem Sinne äußerten sich auch Kreiskultureferentin Gisela Lang sowie 2. Vorsitzender Jürgen Möhrle.            

Mit bergmännischen Prologen,  vorgetragen von Antonia Renk (heilige Barbara), Anton Schülner und Elias Renk, wurde der Kameradschaftsabend im Saal der „Alten Zeche“ aufgelockert. Für Unterhaltung sorgten die Bergmannskapelle sowie die Gesangsgruppe der Neukenrother Zecher.

Barbarafeier 1
Die Knappen gestalteten den Gottesdienst anlässlich der Barbarafeier in der Stockheimer Kirche St. Wolfgang mit, der von Pfarrer Hans-Michael Dinkel zusammen mit Diakon Wolfgang Fehn gefeiert wurde.

Barbarafeier 2
Musikalische Begrüßung der Bergparade am Gotteshaus St. Wolfgang durch die Bergmannskapelle.

Barbarafeier 3
Die Neukenrother Gesangsgruppe sowie die Bergmannskapelle bereicherten die Barbarafeier, verbunden mit einer Mettenschicht.

Text und Fotos: Gerd Fleischmann