Meldung vom 04.05.2017 07:35:46
Engelessteg über den Haßlachfluss eingeweiht

Der uralte Engelessteg, der vor allem den Ortsteil Reitsch mit dem Haßlachtal verbindet und im September vorigen Jahres abgerissen wurde, hat eine 23 Meter breite  Stahlkonstruktion erhalten und ist nun feierlich eingeweiht worden. Die neue Geh- und Radwegbrücke über den Haßlachfluss ist jetzt 2,50 Meter breit und kostet 240 000 Euro. Die Zuschussbeteiligung der Regierung beläuft sich auf 65 Prozent.

Zahlreiche Bürger, vor allem aus den Ortsteilen Reitsch, Haßlach und Stockheim, verfolgten mit großem Interesse den Weiheakt. Den Segen Gottes erflehten die beiden Pfarrer Michael Foltin und Hans-Michael Dinkel. Ein Steg, so die Geistlichen, habe eine verbindende Funktion. Mit ihm werden Umwege erspart. Mit dem Steg führen die Wege zueinander. Die Bläsergruppe der Volksschule, Leonard Buckreus, Luca Völk und Hannes Buckreus, eröffneten musikalisch mit ihren Trompeten und dem Euphonium die Zeremonie. Mit erfrischendem Gesang erfreuten außerdem die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4a der Reitscher Volksschule unter der Leitung von Rektorin Astrid Kestel die Zuschauer.

Der Geschäftsführer der SRP Schneider + Partner Ingenieur-Consult GmbH Kronach, Werner Kuhnlein, informierte über die technischen Details sowie die planerische Entwicklung. Immerhin wiege die freitragende Stahlkonstruktion an die zwölf Tonnen, sodass auch der Übergang von einem gemeindlichen Schneeräumfahrzeug befahren werden könne.

Bürgermeister Rainer Detsch zeigte sich erleichtert vom Bauende. Schließlich sei die Brücke vor allem für die Reitscher eine wichtige Verbindung zu den Stockheimer Märkten. Zum historischen Hintergrund des Flußübergangs sagte er, dass der Name „Engelessteg“ vom Gemeindeanger abgeleitet wurde. Einst hatten die Reitscher den Anger an die Kronacher Floßherren verpachtet. Sie ließen ihr Holz, dass sie bis hinauf nach Reichenbach kauften, bei gefrorenen Böden über den Höhenweg der ehemaligen Handelsstraße durch die Reitscher Grün zum Holzlagerplatz auf den Anger an der Haßlach bringen. Von dort aus wurden die Fichtenstämme nach Kronach geflößt. Etwa 120 Meter unter dem Angersteg floss die Haßlach vor 1934 in südöstliche Richtung bis zum „Hexennest“ und von da in südwestlicher Richtung zum Haßlacher Mühlwehr. Im unteren Bereich des Gemeindeangers ist auch der Standort der abgegangenen Reitscher Dorfmühle, so die Recherche von Heimatforscher Georg Heinlein. Die Flurbezeichnung Wüstmühl“ erinnert an diese Mühle.

Vor dem Bau der Staatsstraße von Haßlach nach Burggrub mit der Abzweigung nach Haig, der Straße nach Stockheim und dem Eisenbahnbau 1863 war der Angersteg ein regelrechter Verkehrsknotenpunkt für die Bevölkerung. Die uralte Handelsstraße von Nürnberg nach Leipzig hat von Kronach aus kommend, etwa 80 Meter vom Angersteg zum ersten Mal den Haßlachfluss mittels einer Furt durchquert. Sie verlief weiter durch Reitsch, Reitscher Grün, Posseck, Marienroth, Teuschnitz, Haßlach bei Teuschnitz nach Lehesten. Außerdem bestand ein wichtiger Verbindungsweg in Richtung Burggrub und Neuhaus ins thüringische Gebiet. Dieser Weg wird auch heute noch bis zur B 85 genutzt.   

Engelessteg

Der 23 Meter breite Engelessteg ist über den Haßlachfluss durch die beiden Geistlichen Hans-Michael Dinkel und Michael Foltin eingeweiht worden. Mit im Bild auch Bürgermeister Rainer Detsch. Im Hintergrund ist Reitsch sichtbar.

Engelessteg

Mit Gesang und Musik erfreuten die Klassen 4a und 4b der Volksschule Reitsch unter der Leitung von Rektorin Astrid Kestel die Gäste beim Weiheakt.

 Engelessteg

Zu einem freudigen Ereignis wurde die Einweihung des Engelesstegs, der 240 000 Euro gekostet hat. Neben Bürgermeister Rainer Detsch und den beiden Geistlichen Hans-Michael Dinkel und Michael Foltin bereicherte die Bläsergruppe der Reitscher Volksschule mit Luca Völk und Hannes Buckreus sowie Leonard Buckreus (Euphonium) und den Schülern der Klasse 4a (Liedeinlagen) unter der Regie von Rektorin Astrid Kestel den Weiheakt. 

Text und Fotos: Gerd Fleischmann



Bericht vom 07.04.2017:
Der uralte Engelessteg, der vor allem den Ortsteil Reitsch mit dem Haßlachtal verbindet und im September vorigen Jahres abgerissen wurde, hat am Donnerstag eine 23 Meter breite  Stahlkonstruktion erhalten. Ein 125-Tonnen-Kran aus Coburg hievte die zwölf Tonnen Stahl mühelos über den Haßlachfluss auf die Betonfundamente. Die neue Geh- und Radwegbrücke ist jetzt 2,50 Meter breit und kostet 240 000 Euro. Die Durchgangsbreite der alten Version lag bei 80 Zentimetern. Die Zuschussbeteiligung der Regierung beläuft sich auf 65 Prozent. In den nächsten Tagen erfolgen die Abschlussarbeiten.

Bürgermeister Rainer Detsch zeigte sich bei der Besichtigung des Engelesstegs erleichtert über den Baufortschritt, der aufgrund von Engpässen der Bauträger erheblich verzögert wurde. Schließlich sei die Brücke für die Reitscher eine wichtige Verbindung zu den Stockheimer Märkten.

Zum historischen Hintergrund des Flußübergangs sagte Heimatforscher Georg Heinlein aus Haßlach, dass der Name „Engelessteg“ vom Gemeindeanger abgeleitet wurde. Den Anger hatten die Reitscher an die Kronacher Floßherren verpachtet. Sie ließen ihr Holz, dass sie bis hinauf nach Reichenbach kauften, bei gefrorenen Böden über den Höhenweg der ehemaligen Handelsstraße durch die Reitscher Grün zum Holzlagerplatz auf den Anger an der Haßlach bringen. Von dort aus wurden die Fichtenstämme nach Kronach geflößt. Etwa 120 Meter unter dem Angersteg floss die Haßlach vor 1934 in südöstliche Richtung bis zum „Hexennest“ und von da in südwestlicher Richtung zum Haßlacher Mühlwehr. Im unteren Bereich des Gemeindeangers ist auch der Standort der abgegangenen Reitscher Dorfmühle. Die Flurbezeichnung Wüstmühl“, so Heinlein, erinnert an diese Mühle.

Vor dem Bau der Staatsstraße von Haßlach nach Burggrub mit der Abzweigung nach Haig, der Straße nach Stockheim und dem Eisenbahnbau 1863 war der Angersteg ein regelrechter Verkehrsknotenpunkt für die Bevölkerung. Die uralte Handelsstraße von Nürnberg nach Leipzig hat von Kronach aus kommend, etwa 80 Meter vom Angersteg zum ersten Mal den Haßlachfluss mittels einer Furt durchquert. Sie verlief weiter durch Reitsch, Reitscher Grün, Posseck, Marienroth, Teuschnitz, Haßlach bei Teuschnitz nach Lehesten.

Außerdem verlief ein Verbindungsweg in Richtung Burggrub und Neuhaus ins thüringische Gebiet. Dieser Weg besteht teilweise heute noch bis an die B 85. Die Demontage der Eisenbahnbrücke zwischen Stockheim und Haßlach erfolgte vor etwa 30 Jahren.   

Engelessteg

Engelessteg

Engelessteg

Der 23 Meter breite Engelessteg hat über den Haßlachfluss eine zwölf Tonnen schwere Stahlkonstruktion erhalten.

Text und Fotos: Gerd Fleischmann

 Engelessteg

Bürgermeister Rainer Detsch (rechts), Günther Hempfling, Rainer Förtsch (beide Gemeindeverwaltung) sowie Daniel Gorl (Günther-Bau) und Stefan Engelhardt (SRP Kronach) verfolgen aufmerksam den Montagefortschritt am Engelessteg.