Meldung vom 27.11.2017 08:22:08
Rentei soll zu neuem Leben erwachen

Rentei soll zu neuem Leben erwachen

Für die denkmalgeschützte bergmännische Rentei (Verwaltungsgebäude) aus dem Jahre 1847 bestehen gute Überlebenschancen. Beim Treffen des Arbeitskreises für Heimatpflege im Landkreis Kronach im Stockheimer Rathaus erläuterte Bürgermeister Rainer Detsch ausführlich die Initiativen zur Rettung.

So werde im Rahmen der Städtebauförderung und der Dorferneuerung von Stadt- und Ortskernen noch 2017 bis 2020 die Förderung von Maßnahmen zur Revitalisierung von Stadt- und Ortskernen in einigen oberfränkischen Landkreisen – darunter der Kreis Kronach – angeboten. Der Fördersatz liegt bei 90 Prozent. Die Aufstockung der Finanzhilfen solle, so das Argument der Regierung von Oberfranken, zu einer öffentlichen Aufwertung der Region führen. Die Förderoffensive sei eine hervorragende Chance für Stockheim, die das Ortsbild prägende denkmalgeschützte Rentei, die ja neben der Lampenstube das letzte bergmännische Gebäude einer 400-jährigen Bergbauära sei, zu retten und einer guten Nutzung zuzuführen, betonte Bürgermeister Detsch.

Schließlich habe auch der Stockheimer Gemeinderat einer Beantragung zur Förderung zugestimmt. „Das dominant wirkende Gebäude ist ein bedeutendes Relikt der Bergbaugeschichte, die für Stockheim ein Alleinstellungsmerkmal darstellt.“ Die Rentei solle nach der Sanierung als Begegnungs- und Informationszentrum über die „Förderoffensive Nordostbayern“ genutzt werden. Diplom-Ingenieur Jörg Detsch vom Architekturbüro 3 D Detsch aus Kronach habe mittlerweile eine detaillierte Planung vorgelegt.

Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) stehe voll hinter einer Sanierung und Erhaltung dieses einzigartigen Überbleibsels aus einer langen Bergbaugeschichte im Haßlachtal. Vor allem soll die Nutzung vielseitig sein. Schließlich sei angedacht, so Rainer Detsch, Räumlichkeiten für Vorträge, kleine Kulturveranstaltungen und Wechselausstellungen mit einzuplanen.

Die Einbindung von Knappenverein, Bergmannskapelle und Förderverein Bergbaugeschichte hinsichtlich musealer Aktivitäten habe sich als sehr förderlich erwiesen. So sei mit dem bergbaulichen Magazin eine gute Ausgangsbasis für den Erhalt bergbaulicher Elemente geschaffen worden. In diesem Zusammenhang wies Detsch auch auf das bergmännische Geotop sowie auf die Wandermöglichkeiten auf den Spuren des ehemaligen Bergbaus hin. Gut angenommen werde der Bergbauerlebnispfad.

Ortsheimatpfleger Gerd Fleischmann, der sich seit 1960 sehr intensiv mit der hochinteressanten Stockheimer Industriegeschichte befasst, sieht in der Rentei eine gute Chance, Steinkohlenbergbau, Glasindustrie und Eisenbahn neben weiteren industriellen Entwicklungen mit zu integrieren. Insbesondere werde im Dachbereich ausreichend Platz für Archivierungen geschaffen.

Dem Ausbau der Rentei, bekannt auch als Herrenhaus, sehen die Heimatkundler sehr zuversichtlich entgegen. Kreisheimatpfleger Dieter Lau: „Stockheim befindet sich auf einem sehr guten Weg.“ Die Realisierung der Rentei sei absolut notwendig, denn die örtliche Industriegeschichte, die selbst mit der Flößerei verbunden ist, sei landesweit einmalig. 

Bergbau
Aus dem ehemaligen Bergbauareal ist lediglich die dominant wirkende Rentei (im Hintergrund sichtbar) übrig geblieben. Die Teleaufnahme entstand im Jahre 1979. Schon längst abgerissen wurden Kessel- und Maschinenhaus, Waschkaue, Steigerbüro, Kompressorenhaus, Schmiede, Förderhaus und schließlich 1975 der Förderturm mit Haspel.

Foto: Gerd Fleischmann